Darf ich vorstellen: Nächstenliebe. Die neue Kategorie auf Spreekitz für ein erfolgreiches Miteinander. Nächstenliebe- das ist die Liebe und Rücksicht, die man seinen Mitmenschen entgegen bringt, ein helfendes Handeln für andere Menschen. Helfende Handlungsmöglichkeiten möchte ich also nun regelmäßig aufzeigen.

AKINDA nennt sich das erste Netzwerk, auf das ich heute aufmerksam machen will. Es handelt sich hierbei um ein Hilfsprojekt, von der Menschenrechtsorganisation XENION, Psychosoziale Hilfe für politisch Verfolgte e.V., auf der Suche nach ehrenamtlichen Vormündern für geflüchtete unbegleitete Minderjährige.
Im Normalfall wird für diese Kinder und Jugendlichen das Jugendamt als Vormund eingesetzt. Mit AKINDA wird eine Alternative auf die Beine gestellt, die versucht Menschen zu finden, die sich im besonderen Maße eines dieser Kinder annimmt und das Kind dabei unterstützt, sich in der neuen fremden Umgebung, Kultur und Sprache zurechtzufinden, in der Hoffnung, dass sich eine wertvolle Beziehung, gestützt von Vertrauen, entwickelt. Nicht nur die jungen Menschen profitieren von diesem Bindungsaufbau, auch die Ehrenamtlichen selbst machen eine bereichernde Erfahrung durch den persönlichen Kontakt mit einer ganz anderen Lebensrealität.
Als Vormund vertritt man das Kind rechtlich, es geht also um die gesetzlich geregelte juristische Fürsorge für eine unmündige Person. Das beinhaltet Themen wie beispielsweise Schulbildung, medizinische Versorgung und altersgerechte Unterbringung. Als ehrenamtlicher Vormund gibt man Zeit und Aufmerksamkeit, um finanzielle Unterstützung geht es hierbei nicht.
AKINDA bereitet die ehrenamtlichen Vormünder mit einem ausführlichen Schulungsprogramm vor und steht während der Zeit der Vormundschaft bei Fragen stets behilflich zur Seite. In der Vorbereitung werden unter Anderem rechtliche Fragen geklärt, Hintergründe zu Flucht und Migration besprochen, sowie die Rolle des Vormunds erläutert.

Für die seelische Stabilität ist die sichere Bindung zu einem anderen Menschen von großer Bedeutung. Eine gute Bindung zu haben, das bedeutet sich aufgehoben fühlen, sich nicht einsam zu fühlen, Verlässlichkeit zu spüren, Hilfsbereitschaft und Zuwendung, Halt zu haben, einen möglichst angstfreien Raum zu haben, in dem man sich frei bewegen kann. Eine zuverlässige Bindung zu spüren, vermittelt dem Kind, dass es wertvoll ist, ganz gleich von Herkunft oder Erfolg. Eine einzelne Person kann dem Kind auf dem Weg in die Autonomie und die Gesellschaft im neuen noch fremden Land sicherlich individueller helfen, als es das Jugendamt kann.

Du kannst dir vorstellen, eine Vormundschaft zu übernehmen oder kennst jemanden, der auf diese Art helfen wollen würde? Weiterführende Informationen und Kontakthinweise kannst du beispielsweise auf betterplace.org entnehmen oder direkt unter xenion.org finden.

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Written by spreekitz

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